Dr. C. F. H. Sachse - GAGO

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LAND & LEUTE > PERSÖNLICHKEITEN
Persönlichkeiten des Altenburger Landes
Dr. Christian Friedrich
Heinrich Sachse
1785-1860
Christian Friedrich Heinrich Sachse wurde am 2. Juli 1785 in Eisenberg geboren, sein Vater war dort Kantor und Tertius (Angehöriger der Leitung einer höheren Schule) am Lyceum. Zunächst vom Vater selbst unterrichtet ging Sachse ab 1799 auf das Gymnasium. Sachse studierte von 1804 bis 1807 Theologie an der Jenaer Universität, 1807 besteht er sein Kandidaten-Examen in Altenburg und wird daraufhin zunächst Hauslehrer auf dem Rittergut Kleinlauchstädt bei Merseburg. In Merseburg tritt er 1809 der dortigen Freimaurerloge bei, 1823 dann auch der Altenburger. 1812 wird Sachse Diakon in Meuselwitz, 1823 heiratet er, von seinen 9 Kindern überlebte ihn nur eines. Nach bestandener Gastpredigt wird Sachse 1823 Hofprediger in der Altenburger Schloßkirche, welche Funktion er 37 Jahre lang inne hat. 1831 ist Sachse Consistorial-Assessor (Kirchenrat-Beisitzer), 1833 Consistorialrat, 1841 erhält er die Doktorwürde durch die theologische Fakultät der Jenaer Universität. 1852 wird Dr. Sachse das Ritterkreuz des Ernestinischen Hausordens und der Hannoversche Guelphenorden (von Welfen, Auszeichnung im Königreich Hannover bis 1866) verliehen. Am 9. Oktober 1860, nachdem er krankheitshalber in den Ruhestand gegangen war, stirbt Sachse in Altenburg, die Großfürstin Alexandra von Rußland, eine geborenen Prinzessin von Sachsen-Altenburg, stiftete ein weißes Marmorkreuz für seine Grabstätte auf dem hiesigen Friedhof. Ob es die Grabstätte von Dr. Sachse allerdings noch gibt, vermag der Autor leider nicht zu sagen.

Erste größere poetische Sachen schrieb Sachse anläßlich des 300jährigen Jubiläums der Reformation, im Verein mit Diakonus Mörlin veröffentlichte er 1817 eine Sammlung von Gedichten unter dem Titel „Jubellieder auf das Reformationsfest“. 1822 erscheint von ihm eine „Sammlung christlicher Gesänge zum Gebrauch bei Beerdigungen und bei der Todtenfeier“. Eine kleine Auflage von 21 Predigten als „Predigten, gehalten in der Herzoglichen Schloßkirche zu Altenburg, Eine Gabe für Freunde, die sie gewünscht“ erfolgt 1842. Sieben Lieder schrieb Sachse auch für das Altenburgische Landesgesangbuch, so z.B. Nr. 170 und 543. Seine weltlichen Lieder und Gedichte wurden allerdings erst nach seinem Tode veröffentlicht, 1861.

Christian Friedrich Heinrich Sachse war nach zeitgenössischen Einschätzungen ein „tüchtiger Geschichtsforscher“ und „vorzüglicher Kenner der Reformations- und Kirchengeschichte Sachsens“. 1826 schrieb er, allerdings noch anonym, über „Die Fürstenhäuser Sachsen-Altenburg. Ein historischer Abriß, mit Rücksicht auf die Altenburgische Landesgeschichte überhaupt“. Das Buch erschien anläßlich der ernestinischen Erbteilung und Neugründung des Hauses Sachsen-Altenburg im Jahr 1826. Von 1834 bis 1854 redigierte er den „Herzogl. Sachsen-Altenburgischen vaterländischen Geschichts- und Hauskalender“.
 
Sachse`s bedeutendstes heimatgeschichtliches Werk besteht in der Herausgabe der zweibändigen „Kirchen-Galerie des Herzogthums Sachsen-Altenburg“, noch heute eines der wohl meist verwendeten und zitierten Quellen, Einstiegsliteratur für jeden heutigen Heimatgeschichtsforscher. Die wichtigste Voraussetzung für dieses Werk hat Sachse in seiner Funktion als Kirchenrat in Altenburg selbst mit geschaffen: Das Konsistorium erließ unter dem 16. Mai 1838 ein Regulativ zur Führung von Ortschroniken durch die Geistlichen im Herzogtum. Sachse hatte nicht nur die Redaktion der Kirchengalerie unter sich, er schrieb auch einige wichtige Artikel für das Werk: die kirchlich-statistische Übersicht des Herzogtums Sachsen-Altenburg, den Absatz mit den Biografien der Altenburger Genearlsuperimtendenten, die Artikel zu den Städten Meuselwitz und Schmölln. Die Bände der „Kirchen-Galerie“, genauer Titel: „Die Ephorien Altenburg und Ronneburg als erste Abteilung der Kirchen-Galerie…“ und „Die Ephorien Eisenberg, Kahla und Roda als zweite Abteilung …“, sind „ein vorzügliches Werk, das Zeugnis von seiner (also Sachse`s) gründlichen Kenntnis der Geschichte unseres Landes ablegt.“ Übrigens gab es nicht nur den Altenburger Band als Reprint, beide Bände sind durch die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek digitalisiert, siehe unter wikisource Sachsens Kirchen-Galerie.

Abbildung: Repro eines historischen Fotos vom Hofprediger Dr. Sachse

Quellennachweis beim Autor.
 Andreas Klöppel (November 2017)

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